Der Spritusbrenner
Da der Brennstoff Esbit nicht die beste Lösung ist, mußte was
anderes her. Da ich in der Mechanik und Metallbearbeitung nicht besonders
versiert bin, mußte es was werden, daß ich mit meinen bescheidenen
Kenntnissen selbst bauen kann.
Spritus ist billiger und einfacher zu bekommen als Esbit, also am Abend mal
einpaar Gedanken gemacht wie es gehen könnte. Die entsprechenden Teile
im Baumarkt besorgt und zusammengezubaut. 2 Varianten des Brenners wurden
sofort nach Inbetriebnahme wieder verschrottet. Doch dann kam die Idee.
Ich nahm ein 9mm Messingrohr und machte entsprechend der Zeichnung mit einer
Metallsäge etwa 10 Einschnitte (etwa ¼ einsägen). In das Rohr
kommt ein Docht (Ofendichtschnur aus dem Baumarkt) damit sich der Spritus
gleichmäßig im Rohr verteilt und verschließe die Enden durch
quetschen im Schraubstock. Mit Fittingslot 3 (für Warmwasserinstallition)
und einem Lötbrenner werden die gequetschten Enden verlötet.
Als Tank nahm ich ein Stück 28mm Cu-Heizungsrohr und habe auf die Enden
ein Cu-Blech-Stück gelötet. Anschließend mit einer
Blechfigurenschere die überstehenden Enden abgeschnitten. Es können
aber auch Endkappen aus dem Hauezungsbau verwendet werden. In den Tank
müssen dann noch die entsprechenden Einfüll, Entnahme und
Entlüftungsstutzen gebohrt werden.
Ganz wichtig ist die Möglichkeit die Spiritusmenge einstellen zu
können, sonst tropft brennender Spritus auf die Gleise. Dies geschieht
mit einem einfachen Einsteller.
Der Einsteller besteht aus einem Stück 4-Kantmessing, in das entsprechend
der Zeichnung Löcher gebohrt und Gewinde geschnitten werden und einer
Düsennadel (!!!). Die Düsennadel ist eine M4-Messingschraube, die
in die Bohrmaschine gespannt und mittels Feile eine Spitze erhielt (eine
Drehbank hab ich leider nicht). Die Düsennadel wird vorsichtig in das
Gewinde eingeschraubt und alle Teile zusammengelötet. Alle Teile wurden
mit o.g. Fittingslot weichgelötet.
Damit der Brenner einigermaßen fest in die Lok eingebaut werden kann
, kommt ein Halteblech zwischen Brennerrohr und Einsteller.
Der Abstand zwischen Tank und Einsteller wurde so hoch gewählt, daß
ich den Wasserstand beobachten kann. Wer auf den Wasserstandsanzeiger verzichtet
kann den Tank etwas tiefer zum Einsteller setzen und gewinnt dadurch nach
oben zum Dach hin etwas mehr Platz für den Fernsteuerempfänger.
Nach erfolgtem Zusammenbau des Brenners, wird an der Lok die hintere Pufferbohle
abgeschraubt, der Brenner anstelle des Esbitschiebers eingeschoben und die
Pufferbohle wieder angeschraubt. Das Halteblech muß so groß sein,
daß der Brenner eine festen Sitz erhält. Achtung das Brennerrohr
darf nicht auf den Achsen schleifen sondern sollte ca. 2-3mm darüber
sein. Zur Stabilisierung und Lagejustierung habe ich die Blechkanten mit
einer Spitzzange etwas nach unten abgebogen.
Zum Anzünden des fertig montierten Brenners wird die Düsennadel
etwa eine halbe Umdrehung aufgedreht. Nachdem in den Einschnitten des
Brennerohres Flüssigkeit zu sehen ist, kann mit einem Feuerzeug der
Brenner von unten (ohne die Lok vom Gleis zu nehmen) angezündet werden.
Der Einsteller ist dann so einzustellen, daß eine über das ganze
Rohr gleichmäßig verteilte Flamme im oberen Drittel des Rohres
zu sehen ist.
Der Brenner hat mittlerweile seine Feuertaufe erfolgreich bestanden. Auf
dem Echtdampf-Hallentreffen im Januar 98 ist die Lok an den 3 Tagen insgesamt
etwa 11-12 Stunden gelaufen (mit Lok-Originalteilen). Die Lok läuft
mit vollen Kessel, ca. 28ml Spiritus und 12 LGB-Loren etwa 15min, wobei der
Brennstoff vor dem Wasser zu Ende geht.